Madrigalchor Brakel mit Konzert in Thüringen

Dubois „Die sieben Worte Christi“ in Sömmerda

Nachdem das Oratorium „Die sieben Worte Christi“ von Theodore Dubois im Vorjahr in Höxter-Corvey und der Brakeler St. Michaelskirche erstmalig in deutscher Fassung gesungen wurde, nahm der Madrigalchor Brakel eine Einladung nach Thüringen wahr und verband sein Gastkonzert in Sömmerda unter der Leitung von Hans-Martin Fröhling mit weiteren Auftritten in Kirchen und Besichtigungen in Erfurt, Weimar und auf der Wartburg.

Madrigalchor Brakel, die Kantorei St. Bonifatius Sömmerda sowie vorne die Solisten. Stehend: Anna Puppe, Sopran.

Konzertanter Höhepunkt der Reise war die erneute Aufführung der sieben Worte Christi am Palmsonntag. Routinierte Solisten vom Nationaltheater Weimar sangen die Solopartien des Dubois-Oratoriums und wurden der Dramatik des qualvollen Sterbens Jesu mehr als gerecht. Nach nur einer gemeinsamen Probe mit der Kantorei St. Bonifatius Sömmerda ergab sich in der vollbesetzten Kirche ein harmonischer Chorklang. Am Ende des Oratoriums schwieg das Publikum zunächst ergriffen zum Klang der Kirchenglocken, bis tosender minutenlanger Applaus die Stille beendete.

Eine Messe in der Kirche des Augustinerklosters in Erfurt gestaltete der Madrigalchor mit Ausschnitten aus Lorenz Maierhofers „Missa Lumen“, die in dem mittelalterlichen Gewölbe am Wandelgang des Augustinerklosters eine ganz spezielle Stimmung schuf. John Rutters „The Peace of World“ und der italienische Hymnus „Alta trinita beata“ aus dem 15. Jahrhundert unterstrichen die Botschaft zur Osterwoche und animierten manch einen der Messeteilnehmer zum Mitsingen.

Von Erfurt aus erlebten die Sänger(innen) interessant gestaltete Rundgänge im Erfurter Dom, der dortigen Zitadelle und ihren Katakomben sowie im Rathaus und der sehenswerten Altstadt. Auf den Spuren der deutschen Klassiker Goethe und Schiller wandelten sie einen Tag in Weimar und bewunderten die nach Herzogin Anna-Amalia benannte Bibliothek. Amüsante Höhepunkte waren an diesem Tag eine Anekdoten-Wanderung mit einem eloquenten Führer sowie ein Spaziergang mit Frauen-Geschichten aus der Weimarer Klassik. Thüringer Spezialitäten in fester und flüssiger Form trugen zum Gelingen der Chorreise wesentlich bei. Mit der Wartburg und Martin Luthers Reminiszenzen fand die Chorreise einen imposanten Abschluss.