Kritiken ...

Fotos des Konzertes vom 16.10.2011 finden Sie hier

Rezension im Bad Driburger Kurier vom 2. November 2011
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Rezension in der Neuen Westfälischen vom 21. Oktober 2011
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Rezension im Westfalen-Blatt vom 21. Oktober 2011
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Rezension im Westfalen-Blatt vom 03. November 2010

Werk beeindruckt nachhaltig

Madrigalchor Brakel und Göttinger Symphonie Orchester überzeugen

Von Dagmar Korth

Brakel (WB). Nahezu ausverkauft gewesen ist die Aufführung des "Requiem" von Karl Jenkins in der Pfarrkirche St. Michael. Der Madrigalchor Brakel, dass Göttinger Symphonie Orchester und die Solisten haben auf der ganzen Linie begeistert.

Mit seinem "Requiem" hat der englische Komponist Karl William Jenkins ein Werk geschaffen, dessen zwingende Kraft aus der Verbindung des Wortes mit dem bekenntnishaften Ausdruckscharakters der Musik entsteht, ein Werk, das archaische Strenge mit romantischer Fülle mischt, das die Vergänglichkeit des Fleisches mit Wahrhaftigkeit beschwört und zugleich einen tröstenden Blick auf das Paradies zeigt. 2004 komponiert, ist es ein nuancenreiches Werk, der Tradition ebenso verpflichtet wie der Moderne. Es mischen sich Einflüsse des gregorianischen Gesangs bis hin zu Barock und Romantik.

In der Michaelskirche hatten sich der Madrigalchor unter der Leitung von Hans-Martin Fröhling und das Göttinger Symphonie Orchester der interessanten Komposition angenommen. Es gelang eine Aufführung, die nachhaltig beeindruckte - in der Professionalität der technischen Bewältigung ebenso wie in der Darlegung des kompositorischen Sinns. Dem Chor fällt in diesem Werk eine wesentliche Stimme zu, und der Madrigalchor Brakel ist hoch zu loben für seine Einsatzpräzision, für die Stabilität und Staffelung des Klanges und für die untadelige Deklamation. So konnten konzertantes Erlebnis und interlektueller Anspruch durchaus Schritt halten mit jenen Andachtswerten, die aus dem religiösen Empfinden des Einzelnen geboren sein mochten.

Dem Anspruch der Totenmesse, dem Menschen im Angesicht des Todes Trost zu spenden, betonte Fröhling im eindringlichen Ton der beiden Rahmensätze. In Erinnerung wird vor allem das "Dies irae" bleiben, das beinahe dämonisch das Bild vom jüngsten Gericht beschwört.

Foto: Frank Spiegel, Westfalen-Blatt

Straffe rhythmische Artikulation wurde vom Orchester ebenso durchgeformt wie vom Chor, der durch seine besonders gepflegte Sprachartikulation die Präsenz und Dichte des "Tag des Zornes" unterstrich. Fröhling verstand es, beim Chor feine Pianostellen sowie makellose Steigerungen abzurufen. Er setzte auf Dezenz und Geheimnis, manchmal durfte der Chor fast nur leise marmorieren.

Das "Requiem" von Jenkins zeichnet sich durch einige Besonderheiten aus. So durch die eingeschobenen poetischen Passagen japanischer Dichtung. Es sind Haikus, die in japanischer Sprache gesungen werden und die wie reiner Balsam die Schönheit und Freiheit der erlösten Seele beschreiben. Im "Pie Jesu" führt der Komponist noch einen Knabensopran ein. Johannes Josephs aus Paderborn vermittelte mit Glockenstimme die milden Trostworte. Lisa Sörös sang wunderbar leicht und grazil die Sopran-Soli. Ihre schlanken Linien und ihr reiner Ton fügten sich exzellent in das Gesamtgeschehen ein.

Eigentlich musste diese Musik nicht ergänzt werden, bloß weil sie relativ kurz ist. Doch Hans-Martin Fröhling wählte zwei weitere Werke aus, die die Thematik des Sterbens und Vergehens musikalisch aufnehmen: Felix Mendelssohn-Bartholdys Hymne nach Psalm 55 "Hör mein Bitten" und das Kyrie in d-Moll KV 341 von Wolfgang Amadeus Mozart.

Dramatisch akzentuiert kam das Kyrie nicht in Sack und Asche daher, sondern sehr handfest. Auch hier sang der Chor tonschön, intonationssicher und wartete mit Transparenz und Leichtigkeit auf. Besonders schön und melodiös ist bei Mendelssohn-Bartholdy der Wechsel mit der Sopranstimme "O könnt ich fliegen wie Tauben dahin". Dem aufmerksamen Göttinger Symphonie Orchester oblag der instrumentale Teil, und in einem sensiblen Balanceakt zwischen zartem und dynamischen Klang konnte es in allen Belangen überzeugen.





Rezension in der Neuen Westfälischen vom 22. Dezember 2009

Irdischer Jubel und himmlische Freude

 

Eindrucksvolle Aufführung des Weihnachtsoratoriums durch den Madrigalchor in der St. Michael-Kirche

 

Von Christine Longére

 

Bei den frohgestimmten, festlichen Klängen des zum Jauchzen und Frohlocken auffordernden&xnbsp; Einleitungschores waren die Mühen der Anfahrt durch eisige Kälte und über schneeverwehte Straßen, waren alle Hektik des vorweihnachtlichen Getriebes vergessen. Vielleicht wäre die Pfarrkirche St. Michael bei günstigeren Wetterbedingungen noch voller gewesen. Der Madrigalchor Brakel unter seinem Leiter Hans-Martin Fröhling hatte dennoch eine große Zahl begeisterter Zuhörer, die sich durch die strahlende Positivität der Musik Johann Sebastian Bachs mitreißen ließen.

 

Die Mixtur aus Geistlichem und Weltlichem, die alle Gegensätze zwischen irdischem Jubel und himmlischer Freude aufhebt, macht die immer wieder überwältigende Wirkung des „Weihnachtsoratoriums“ aus. Bach holt die Geschichte der Geburt im Stall von Bethlehem in die Welt zurück, in der das Wunder geschah. Mit seine stimmigen Aufführung vermittelte der bestens vorbereitete Chor im Verein mit dem klangschön und stilsicher musizierenden Kammerorchester „Opus 7“ und den sich ausgezeichnet in den Gesamtklang einfügenden Solisten Leonore von Falkenhausen (Sopran), Julia Husmann (Alt), Jörg Erler (Tenor) und Markus Krause (Bass( einen Eindruck von der Beständigkeit großer Musik und vom Geheimnis aller Harmonie, dem Bach so nahe kam.

 

Als überzeugend erwies sich die Auswahl der Kantaten 1 bis 3 und 6, die erstmals an den drei Weihnachtstagen und am Dreikönigsfest der Jahreswende 1734/35 in den beiden Leipziger Hauptkirchen erklangen. Der vom frohen Trompetergeschmetter ausgeschmückte Schlusschor des ersten Teils zu der herrlichen Festmelodie „Vom Himmel hoch, da komm ich her“ leitete über zur pastoralen Grundstimmung des zweiten Teils, in dem Hirten und Engel um die Wette musizieren und im Zusammenklang die Mensch gewordene Vereinigung von Himmel und Erde symbolisieren.

 

Mit bezwingender Ausdruckskraft huldigte Markus Krause dem „großen Herrn und starken König“. Der Stimme des Engels, der zu den Hirten tritt und ihnen die Botschaft verkündet „Denn euch ist heute der Heiland geboren“ gab Leonore von Falkenhausen überirdische Klarheit. Virtuos bot Jörg Erler die koloraturreiche Arie „Frohe Hirten, eilt, ach eilet“ dar. Für das Wiegenlied „Schlafe, mein Liebster“ traf Julia Husmann den Ton inniger Kontemplation.

 

Fröhling gelang es, Gleichgewicht herzustellen zwischen konzertanter Pracht und der aus einem tiefen religiösen Empfinden gespeisten Überzeugungskraft gläubiger Gewissheit. Bei allem Chorischen Schwung und aller Begeisterungsfähigkeit herrschte der Eindruck lichter Heiterkeit und zuversichtliche Frömmigkeit vor. Klangvoll wurde dem Höchsten die Ehre erweisen, doch in der Bitte um „Friede auf Erden“ schwang auch das Wissen um die Gefährdung des Menschen mit. Der siegesgewisse Schlusschoral ließ das Werk optimistisch ausklingen in der Hoffnung auf den Triumph der Liebe Gottes über „der Hölle Schrecken“.

 

 

Madrigalchor Brakel